Lotusgeburt Ronja-Isabell

 

Hände

IMG_8799Am 16.8. um 5:12 Uhr ist Ronja-Isabell bei uns zu Hause auf die Welt gekommen.

Dieser Moment sein eigens Kind zum ersten mal zu sehen und im Arm zu halten ist ein unbeschreibliches Wunder.

Nachdem wir die ersten Momente als Familie genossen, Ronja bestaunten, die nicht minder neugierig uns bestaunte, habe ich sie gestillt und dann in warme Tücher gewickelt.

Kurz darauf kam sehr einfach und schnell die Plazenta.

Nachdem die Hebamme sie auf ihre Vollständigkeit untersucht hatte und ein Stück für die Plazentanosoden entnommen hatte, empfahl – oder besser gesagt „befahl“ sie mir ein Stück davon zu essen. Da ich Vegetarierin bin lehnte ich erst ab, aber meine Hebamme überredete mich und mein Partner schluckte tapfer auch ein kleines Stücklein, also überwand ich mich dann doch. Schließlich soll es sehr gesund sein und viel Kraft fürs Wochenbett geben.

Thomas und die Hebamme wuschen die Plazenta neben mir und Ronja in einer Schüssel und legten sie dann in ein Sieb über eine andere Schüssel.

Dann übergab ich Ronja an ihren Papa und genoß eine Dusche in meinem Bad um mich danach in mein Bett zu kuscheln, dass die Hebamme und Thomas schon bereitet hatten. Da wurde mir wieder bewusst wie schön es doch ist ein Kind zu Hause zu bekommen.

Ronja trank noch mal und schlief dann selig neben mir ein, ich auf der einen Seite und die Plazenta im Sieb über der Schüssel auf der anderen Seite. Ich konnte nicht aufhören sie anzusehen und ihre kleinen Finger und seidigen Haare zu streicheln.

Am Abend des ersten Tages rieben wir dann die Plazenta mit viel Salz ein, gaben Lavendelblüten und Neemblätter dazu und wickelten sie in Stoffwindeln und einen Stoffbeutel. Ich war sehr froh, dass Thomas die „Hauptarbeit“ übernahm, während ich noch sehr vorsichtig die Nabelschnur an Ronjas Ende hielt, damit kein Zug am Nabel entsteht. Zwei Tage lang wechselten wir die Tücher morgens und abends, da sie feucht waren und rieben die Plazenta mit weiterem Salz und Kräutern ein. Doch dann wurde sie schnell trocken und wir wechselten nur mehr einmal am Tag die Tücher. Die Nabelschnur war auch schnell komplett trocken und auf eine Seit gebogen.

Als alles trocken war ließen wir die Plazenta einfach in der Tasche.

In der Nacht des fünften Tages, einer Vollmondnacht, erwachte ich um 3:00 Uhr. Ein Blick auf die Plazentatasche und die weiter als bisher entfernt liegende Ronja genügte um zu wissen, das ES soweit war. Ganz aufgeregt und freudig hob ich ohne Ronja zu wecken ihre Decke und Stoffwindel und da war ihr Nabel ohne Nabelschnur. Das war ein heiliger Moment, ich weckte sogleich Thomas und wir betrachteten dieses kleine Menschlein im Vollmondschein, dass nun ganz in dieser Welt angekommen schien.

Ihr Nabel bedurfte in folge keinerlei Pflege oder Versorgung. Ronja trank stets gut und hatte eine gute Verdauung. Sie war sehr ausgeglichen, „wach“ und zufrieden. Die Hebamme war ganz begeistert, als sie nach zwei Wochen schon 500 Gramm zugenommen hatte. Da Ronja mein erstes Kind ist kenne ich es nicht anders, aber die Hebamme meinte, dass alles außerordentlich positiv läuft und das sicherlich auch mit der Lotusgeburt zusammenhängt.

Nachdem nun die Plazenta samt Nabelschnur trocken und hart waren, und von Ronja nicht mehr benötigt wurden veranstalteten wir bei uns im Garten eine eigene zeremonielle Plazentabestattungsfeierlichkeit samt dem Durchtrennen der Nabelschnur durch den Vater.

Die Nabelschnur haben wir uns als Andenken aufbewahrt und auf die Plazenta eine Rose gepflanzt.

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – genau so empfand ich diese ersten Tage.

Ich wünsche jeder Mutter, jedem Vater und jedem Kind einen zauberhaften Anfang und dass der Zauber nie enden möge.